Mikrokosmos: Japanische Box

Im verlassenen Japanischen Zimmer huscht ein Wombat herum und bespringt den niedrigen Tisch, auf dem tönerne Teetassen, halbvoll mit Tee, herumstehen. Ein paar davon wirft er im Vorbeigehen um und springt vom Tisch auf eines der verzierten Sitzkissen.
Der Schatten der geöffneten Blumen verliert sich im Sonnenuntergang.
Mondschein beleuchtet bald das Zimmer, und der Greif nutzt die Gunst der Stunde, sich ins deckenlose Zimmer hinabzusenken und nach dem Wombat zu schnappen.
Doch dieser schlägt, kaum eine halbe Sekunde später, nach dem Greif und diesen damit in die Flucht.
Der Greif verschwindet unterhalb des Mondscheins in den Wälder, als die Katze von oben durch das offene Dach hineinlugt und verharrt, den richtigen Moment zu finden, das Kleintier zu erbeuten.
Dieses springt im Zenit des Mondes auf die Japanische Box, einen nackten Würfel aus weiß lasiertem Buchenholz bei den Papierwänden, und entschließt sich, dort zu verweilen.

Bei Anbruch des Tages öffnet die Hausherrin die Papiertüre und erblickt den Wombat, in derselben Pose auf der Box sitzend.
Der Wombat ist tot. [In der Nacht öffnete sich der Deckel der Box unbemerkt in ihn hinein, sodass die Innereien des Tiers in die Box hineinfallen konnten. Daraufhin stülpte sich der Deckel wieder aus dem Wombat hinaus.]
Die Hausherrin öffnet eine bislang versteckte Klappe am Fundament der Box, um der hungrigen Katze Zutritt zu deren Innerem zu gewähren. Diese erwacht – im Gegensatz zum unbemerkt verstorbenen Beuteltier – aus ihrer Starre und springt in das Zimmer hinein, auf das lang ersehnte Futter zu.

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