Kapitel 16: Technologisches Zeitalter / Das letzte Kalb

Kapitel 16 ist nun – nach einer viel zu langen Pause – fertig und findet sich, zusammen mit allen vorangegangenen Kapiteln, unter „Koniortos, Teil I + II“ unter „Eigene Werke“ am Rand.

Viel Spaß beim Lesen!

Carsten

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Nano-Stadt

Meine Stadt ist die Wohnung,
Und geh ich umher –
Zum Stadtspaziergang
In guten Pantoffeln,
In Schlafanzug
Und Badeanzug,
So ziehe ich um die Häuser,
Die allesamt nur
Wandschränke, Kühlschränke
Sind,
Die Hochhäuser Konglomerate daraus,
Und schaue hinein
Und schaue nach Freunden;
Die Öfen, Trockner,
Die Waschmaschinen
Sind Orte der Geschäftigkeit –
Emsig gehen sie von
Sechs bis Achtzehn Uhr
Mit Arbeitspausen umher;
Ich öffne die Türen,
Erledige Wichtiges
Beim Stadtrundgang.

Meine Stadt ist die Wohnung,
Denn draußen ist alles fremd –
Der Briefträger lauert
Mir schon jahrelang auf,
Seitabwärts des Türspions,
Mit geladener Waffe.

Tanz des Kuriosen

Das Magenhirn,
Noch zu erfüllt
Vom Fressen aller Reigen,
Die nur für dich
Vom Fadenspiel heraus-
gezogen und getragen
Wurden –
So sagst du.

Bildgewitter blitzt –
Die Lichterschau
Vor Stacheldraht, Beton;
Und immerfort fließt
Doch ihr Urquell nur
Dahin da-hinter
Den Gemäuern –
So glaubst du.

Das Auge lechzt,
Beginnt bereits,
Die Welt um sich zu drehen.
Was ist es auch
Vonnöten,
Vorbei am Zaun,
Voran in jenen Strom
Zu springen,
Um in die Welt zu fallen?