Kristallin

Im allzu kargen Land –
Der saure Regen laugte
Kaum die letzten Farben
Aus den frühersatten Wiesen –
Irrt heute nur noch Urschleim
Durch die immerwachen Nebel,
Um, wo er Halt und Boden fand,
Als kristalliner Niederschlag
Hinabzurieseln.

Auf jener brachen Fläche –
Die letzten Gräser wurden
In den Geistesstürmen
Irgendwann zu Grund gefegt –
Gefroren alle breiten Flüsse;
So fällt das trübe Licht
In scharfe Scherbenbäche,
Und bricht sich wie ein Spiegel,
Der sich ins Gegenbild
Hineinverbiegt.

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