Hauptstadt im Sommer

… dann geht alles dahin –
In häuserweiten Flüssen
Tränt der Beton das Glas die Fernseher das Blei
Der allzu großen Todesstadt
Als Rinnsal in die Gossen.

Alles geht dahin –
Denn alles ist verloren,
Nichts ist mehr verblieben
Als ein bisschen Fleisch ein bisschen Dreck ein bisschen Knochen
(vielleicht ein letztes Hemd an einem Stahlträger).

Denn alles ist vergessen,
Was nicht in Glas in Stahl in Silizium in Beton
Verwandelt war,
All dies geht dahin, was nie ganz echt gewesen war;
Und alles, das gewesen war, geht mit hinweg
In einen Himmel aus Metall,
Der unbedeutsam schmilzt
Und
In die Gosse folgt.

Alles geht dahin
Und nur der Angstschrei kalter Nichtigkeit
Schwebt stockend in entleerter Luft.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Gedichte.

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