Verwirrung (von Gewebe)

Der Hahn, derweil,
Krächzt auch des Abends,
Und hält sich
Den starren Blick
Der eiterwirren Augen
Fest.

Das Bild der Mutterbrust
Verwest zu Fleisch,
Alsbald gerinnt
Das Blut zu Stein,
Zement stockt steif
Die Hirnschlagadern.

Die Stahlwand fließt
Fortweg ins Meer hinein,
Die Hände suchen
Nach sich selbst
Im Ungewissen.
Die Türen gehen zu,
Du merkst es nicht.

Entlautbarung

(schweigend für sich selbst zu lesen)

In der Stille
Fehlt die Schwerkraft,
Fällt das Senkblei
In die Schwebe.
Die Wucherweben wachsen
Still im Bauch herum,
Die Schlingpflanze
verschluckt
Darin den Kopf.

Es treibt sich aus,
Die Blüten finden
Ihre Ruhe, wachsen
Sich ins Überall.
Der Lärm entmeilt
Sich aus den Leibern,
Und Sinn hört auf,
Nur Wort zu sein,
Denn Stille dün(g/k)t
Die Wörter.

Und –
Die Stille ist anarchisch,
Und
Sie frisst sich
In die Räder
Und
Enthauptet bald
Ganz hinterrücks
Und
Legt man doch
Den Hebel um,
Dann
fällt das Hirn
In seinen Kopf zurück,
Gestrüpp entwest
Sich in Versumpfung,
Das Blut verklebt
Und
Das Sterben schreit sich aus.

Auf Trieb

Mitternachtens ringen dich
Die Glocken nieder.
Die Stadt geht nun
An dir, und du an ihr
Vorbei
In das Vergess’ne.

Kein Schlaf weckt dich
Aus der Natur.
Der Kopf ist sacht
Gebettet und er bettet
Sich
Im Klang der Welt.

Das fleisch’ne Sein umgreift
Dir das Gemüt.
Der Körper wird nurmehr
Getrieben und du treibst
Dahin
In einem Mutterschoß.

Nur Laternen blenden noch
Mit einem Schein.
Und dein Walgesang
Erklingt und es verstummt
Sodann
Der Widerhall des Rufs.

Kliff

Die Wogen, die im Rücken
Einst verebbten,
Treffen heut‘ auf deine Brust.
Die Zunge fließt dahin,
Denn in die alten Wasser
Schreist du ohnehin
Nur in die Stille.

Wenn du die Augen aufschlägst,
Kommt die Flut herbei,
Schlägt sie dir fäustlings zu.
Und spült dir zum Erbrechen
Allen wohlgehegten Blutes
Magen, Schädel, Lungen aus
Mit Fraß-Bildern und Wort-Schlägen
Aus hochtoxischem Schwermetall.